Google Fonts lokal einbinden

Google Fonts lokal einbinden

Google Fonts lokal einbinden: So verbesserst du Datenschutz, Ladezeiten und DSGVO-Konformität deiner WordPress-Website.

11. April 2023 | Lesezeit: 9 Minuten

Google Fonts zählen zu den beliebtesten Schriftbibliotheken im Web. Mit über 1.500 frei verfügbaren Schriftarten bieten sie Webdesignern und Entwicklern nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Websites modern, lesbar und markengerecht zu gestalten. Gerade bei WordPress kommen Google Fonts häufig automatisch über Themes oder Plugins zum Einsatz.

Viele Websitebetreiber wissen jedoch nicht, dass dabei häufig bei jedem Seitenaufruf eine Verbindung zu den Servern von Google hergestellt wird. Dabei wird unter anderem die IP-Adresse des Besuchers übertragen – ein personenbezogenes Datum im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ohne entsprechende Rechtsgrundlage oder Einwilligung kann diese Art der Einbindung datenschutzrechtlich problematisch sein.

Die Lösung ist einfach: Statt die Schriftarten von den Google-Servern zu laden, werden sie lokal auf dem eigenen Webserver gespeichert und von dort ausgeliefert. Dadurch vermeiden Sie unnötige externe Anfragen, verbessern häufig die Ladegeschwindigkeit Ihrer Website und behalten die vollständige Kontrolle über die eingebundenen Dateien.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile die lokale Einbindung von Google Fonts bietet, wie Sie diese in WordPress umsetzen und welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.

Warum Google Fonts lokal eingebunden werden sollten

Google Fonts sind kostenlos, hochwertig und einfach einzusetzen. Genau deshalb gehören sie seit Jahren zum Standard moderner Websites. Die Standard-Einbindung erfolgt jedoch meist über die Google-Server. Dabei lädt der Browser die benötigten Schriftarten direkt von fonts.googleapis.com beziehungsweise fonts.gstatic.com.

Aus technischer Sicht funktioniert dieses Verfahren problemlos. Aus Sicht von Datenschutz, Performance und langfristiger Wartbarkeit gibt es jedoch bessere Alternativen.

Datenschutz und DSGVO

Seit Inkrafttreten der DSGVO ist der Umgang mit personenbezogenen Daten deutlich stärker reguliert. Bereits die IP-Adresse eines Websitebesuchers gilt als personenbezogenes Datum. Wird diese ohne entsprechende Rechtsgrundlage an Dritte übermittelt, kann dies gegen die Datenschutzbestimmungen verstoßen.

Mehrere Gerichte haben sich bereits mit diesem Thema beschäftigt. Besonders bekannt wurde ein Urteil des Landgerichts München Anfang 2022, bei dem einem Websitebesucher Schadensersatz zugesprochen wurde, weil Google Fonts dynamisch eingebunden waren. Auch wenn jeder Einzelfall unterschiedlich zu bewerten ist, zeigt dieses Urteil deutlich, dass Websitebetreiber das Thema ernst nehmen sollten.

Durch eine lokale Einbindung werden sämtliche Schriftdateien direkt vom eigenen Server ausgeliefert. Es findet keine Verbindung zu Google statt und es werden keine personenbezogenen Daten an externe Server übertragen.

Bessere Ladezeiten

Neben dem Datenschutz profitieren auch die Ladezeiten.

Jede externe Anfrage benötigt Zeit. Zwar sind die Google-Server sehr schnell, dennoch muss zunächst eine zusätzliche DNS-Abfrage erfolgen und anschließend eine verschlüsselte Verbindung aufgebaut werden. Werden die Schriftdateien dagegen direkt vom eigenen Server ausgeliefert, entfallen diese zusätzlichen Schritte.

Besonders in Verbindung mit HTTP/2 oder HTTP/3, Browser-Caching sowie einer optimierten Serverkonfiguration lassen sich dadurch häufig einige Millisekunden einsparen. Das klingt zunächst wenig, summiert sich jedoch über alle Ressourcen einer Website und trägt zu besseren Core Web Vitals bei.

Höhere Ausfallsicherheit

Ein weiterer Vorteil wird häufig unterschätzt.

Wird eine Website vollständig über den eigenen Server ausgeliefert, bleibt sie unabhängig von externen Diensten. Sollte Google einzelne Ressourcen ändern, Domains umstellen oder es zu temporären Störungen kommen, funktionieren lokal eingebundene Schriftarten weiterhin ohne Einschränkungen.

Gerade für Unternehmenswebsites, Onlineshops oder stark frequentierte Portale ist diese Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor.

Welche Möglichkeiten gibt es, Google Fonts lokal einzubinden?

Grundsätzlich gibt es mehrere Wege, Google Fonts lokal bereitzustellen. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie die Schriftarten bisher eingebunden werden, welches WordPress-Theme verwendet wird und wie viel Kontrolle über die technische Umsetzung gewünscht ist.

1. Lokale Schriftarten über das Theme

Einige moderne WordPress-Themes bieten bereits eine integrierte Funktion, mit der sich Google Fonts lokal speichern oder externe Schriftaufrufe vollständig deaktivieren lassen. In diesem Fall kann die Umstellung häufig direkt über die Theme-Einstellungen erfolgen.

Diese Lösung ist komfortabel, weil keine zusätzliche Erweiterung und meist auch kein eigener Code erforderlich sind. Allerdings sollte anschließend kontrolliert werden, ob das Theme tatsächlich alle Schriftdateien lokal ausliefert. Plugins oder zusätzliche Seitenelemente können unabhängig davon weiterhin Verbindungen zu Google herstellen.

2. Automatische Einbindung mit einem Plugin

Für viele WordPress-Websites ist ein spezialisiertes Plugin die einfachste Möglichkeit. Solche Erweiterungen erkennen eingebundene Google Fonts, laden die benötigten Dateien auf den eigenen Server und ersetzen die externen Verbindungen durch lokale Pfade.

Die Plugin-Lösung eignet sich besonders für kleinere Websites und für Betreiber ohne Programmierkenntnisse. Sie ist schnell eingerichtet, erfordert jedoch zusätzliche Wartung. Nach Theme- oder Plugin-Updates sollte geprüft werden, ob weiterhin alle Schriftarten korrekt und ausschließlich lokal geladen werden.

3. Manuelle Einbindung im WordPress-Theme

Bei individuell entwickelten Websites können die benötigten Schriftdateien direkt heruntergeladen, im Theme abgelegt und mit CSS eingebunden werden. Üblicherweise kommt dafür das moderne WOFF2-Format in Verbindung mit der CSS-Regel @font-face zum Einsatz.

Die manuelle Einbindung bietet die größte Kontrolle. Es werden nur die tatsächlich benötigten Schriftfamilien, Schriftschnitte und Schriftstärken geladen. Dadurch lässt sich die Lösung besonders schlank und performant umsetzen. Sie setzt allerdings Kenntnisse in HTML, CSS und der WordPress-Theme-Entwicklung voraus.

4. Verwendung einer Systemschrift oder einer alternativen Schrift

Nicht jede Website benötigt zwingend Google Fonts. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf lokal vorhandene Systemschriften oder datenschutzfreundliche Alternativen zu setzen.

Systemschriften wie Arial, Georgia oder moderne System-Font-Stacks müssen nicht zusätzlich heruntergeladen werden. Dadurch entfallen Schriftdateien vollständig, was die Ladezeit verbessern kann. Gestalterisch bieten sie allerdings weniger Individualität als eine gezielt ausgewählte Marken- oder Webschrift.

Für neue Websiteprojekte sollte deshalb bereits während der Designphase entschieden werden, ob eine Google-Schrift wirklich erforderlich ist oder ob eine andere typografische Lösung besser zu Datenschutz, Performance und Corporate Design passt.

Google Fonts lokal einbinden – mit oder ohne Plugin?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob dafür ein Plugin verwendet werden sollte.

Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

Plugin-Lösung

Für kleinere Websites kann ein Plugin durchaus sinnvoll sein. Moderne Plugins übernehmen das Herunterladen der Schriftdateien automatisch und ersetzen externe Google-Anfragen durch lokale Dateien.

Vorteile:

  • einfache Einrichtung
  • keine Programmierkenntnisse notwendig
  • automatische Aktualisierung der Schriftdateien
  • schneller Einsatz

Nachteile:

  • zusätzliches Plugin
  • weitere Wartung
  • potenzielle Inkompatibilitäten bei Updates

Manuelle Lösung

Bei individuell entwickelten WordPress-Websites bevorzuge ich die manuelle Einbindung.

Dadurch bleibt die Website unabhängig von weiteren Plugins, es werden ausschließlich tatsächlich benötigte Dateien geladen und unnötiger Code wird vermieden.

Gerade bei professionellen Unternehmenswebsites oder komplexeren Projekten ist dies langfristig die sauberste Lösung.

Typische Fehler bei der lokalen Einbindung

Die lokale Einbindung selbst ist nicht besonders kompliziert. Dennoch treten in der Praxis immer wieder dieselben Fehler auf.

Externe Anfragen bleiben bestehen

Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass zwar lokale Schriftdateien eingebunden werden, gleichzeitig aber weiterhin Anfragen an Google erfolgen.

Oft verursacht ein Plugin oder ein anderes Theme-Modul zusätzliche Google-Font-Aufrufe.

Nach der Umstellung sollte deshalb immer überprüft werden, ob wirklich keine externen Verbindungen mehr bestehen.

Zu viele Schriftvarianten

Viele Websites laden acht oder zehn verschiedene Font-Dateien.

In Wirklichkeit werden häufig lediglich zwei Varianten benötigt:

  • Regular (400)
  • Bold (700)

Jede weitere Datei erhöht die Ladezeit.

Alte Dateiformate verwenden

TTF- oder OTF-Dateien sind für Websites unnötig groß.

Für moderne Browser reicht in den meisten Fällen WOFF2 vollkommen aus.

Cache nicht leeren

Nach der Umstellung werden Änderungen häufig nicht sichtbar.

Der Grund ist meist einfach:

  • Browser-Cache
  • WordPress-Cache
  • CDN-Cache

Alle Caches sollten nach der Umstellung vollständig geleert werden.

Performance zusätzlich verbessern

Die lokale Einbindung der Google Fonts ist nur ein Baustein einer schnellen Website.

Weitere Maßnahmen können die Ladezeit zusätzlich deutlich verbessern.

Schriftdateien vorkomprimieren

WOFF2 bietet bereits eine sehr gute Komprimierung. Zusätzlich sollte der Webserver Gzip oder – noch besser – Brotli unterstützen.

Browser-Caching aktivieren

Schriftdateien ändern sich nur selten.

Deshalb empfiehlt sich eine lange Cache-Laufzeit von mehreren Monaten oder sogar einem Jahr.

Dadurch müssen Besucher die Dateien nur einmal herunterladen.

Nur benötigte Schriftarten laden

Viele Websites verwenden mehrere unterschiedliche Schriftfamilien.

Aus Performance-Sicht ist dies selten sinnvoll.

Eine Hauptschrift und gegebenenfalls eine zweite Akzentschrift reichen in den meisten Fällen vollkommen aus.

Preload sinnvoll einsetzen

Wichtige Schriftdateien können per preload früher geladen werden.

Dadurch erscheinen Überschriften und Texte schneller, was sich positiv auf die wahrgenommene Ladegeschwindigkeit auswirkt.

Fazit

Die lokale Einbindung von Google Fonts gehört heute zu den empfehlenswerten Maßnahmen für nahezu jede WordPress-Website. Sie verbessert den Datenschutz, reduziert externe Serveranfragen und kann gleichzeitig die Ladegeschwindigkeit positiv beeinflussen. Darüber hinaus behältst du die vollständige Kontrolle über die verwendeten Schriftdateien und machst deine Website unabhängiger von externen Diensten.

Ob du die Schriftarten über dein Theme, ein Plugin oder manuell einbindest, hängt von den technischen Voraussetzungen deiner Website ab. Für individuell entwickelte WordPress-Projekte bietet die manuelle Integration meist die größte Flexibilität und die beste Performance. Wichtig ist in jedem Fall, nach der Umstellung zu prüfen, ob tatsächlich keine Verbindungen mehr zu den Google-Servern bestehen.

Wenn du deine Website regelmäßig technisch optimierst, leistest du mit der lokalen Einbindung von Google Fonts einen wichtigen Beitrag zu Datenschutz, Benutzerfreundlichkeit und nachhaltiger Performance. Gerade im Zusammenspiel mit Caching, modernen Bildformaten und einer sauberen Codebasis entsteht eine Website, die nicht nur schneller lädt, sondern auch langfristig einfacher zu warten ist.

Über den Autor

Lukasz Zdunek

Lukasz Zdunek

Ich bin Webdesigner, Entwickler und Gründer der Berliner Webagentur LKS advertising. Seit 2006 realisiere ich Projekte, die wirklich etwas bewegen – von individuellem Webdesign über WordPress-Entwicklung bis hin zu Corporate Identity und Branding. Mein Fokus liegt auf nutzerfreundlichen, conversion-optimierten Websites, die Marken stärken und Zielgruppen begeistern.

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